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Apfelweg - Streuobstwiesen

Was ist eine Streuobstwiese?

Streuobstwiesen stellen eine traditionelle Form des Obstanbaues dar und prägen unsere historisch gewachsene Kulturlandschaft.  Hochstämmige, robuste Obstbäume verschiedener Arten und Sorten stehen auf extensiv genutzten Wiesen und erwecken den Eindruck, als wären sie zufällig über die Wiese verstreut worden. Streuobstwiesen beleben das Landschaftsbild und sind geeignete Erholungsräume.
Vor allem die Obstbaumblüte im Frühling und die Fruchtreife im Herbst sprechen alle Sinne im Menschen an.




Ein Paradies für Tiere

Streuobstwiesen zählen mit ca. 5.000 bis 6.000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.
Die Bäume bieten Nahrung, Rückzugsmöglichkeiten und Unterschlupf für viele Insekten, Vögel und Säugetiere.
Auch die blütenreichen Wiesen sind Lebensraum zahlzeicher Tiere und Pflanzen.

Wodurch können die Obstwiesen erhalten werden?

Neben dem Verzicht auf  weitere Baulanderschließung oder für die Umwandlung in Ackerflächen, liegt die wichtigste Maßnahme darin, dem heimischen Obst wieder zu einem Wert zu verhelfen.
Dazu gehört zum einen, die Geschmacksvielfalt und die reichen Verarbeitungsmöglichkeiten zu vielen Getränken und Speisen herauszustellen.
Sortenvielfalt bedeutet zun anderen aber auch genetische Vielfalt und Differenzierung bei den Inhaltsstoffen, z.B. der Vitamine und Mineralstoffe.
Wenn es gelingt, die Nachfrage der Verbraucher wieder auf die genennten Werte zu richten, dann dürfte für die Streuobstprodukte auch wieder ein angemessener Marktpreis erzielt werden.

Die Herstellung und Vermarktung des
„Naturtrüben Apfelsaftes aus Streuobstwiesen in der Verbandsgemeinde Rengsdorf“
ist ein erster Schritt in diese Richtung.





Der Streuobswiesenlehrpfad in Rengsdorf, oder: Blütenzauber am Apfelweg (eine bezaubernde Bildergalerie)

Der Lehrpfad versucht den Besuchern den Begriff Streuobstwiese anschaulich zu erklären und näher zu bringen.
Auf Hiweistafeln werden Informationen zu den Themen „Lehrpfad“, „Obstbäume sind Lebensräume“ und „Projektgruppe Streuobstwiesen“ gegeben.
Einige am Weg stehende Apfelbäume erhalten Namensschilder mit Wissenswertem über ihre Sorte. Hier findet man Namen wie „Boikenapfel“, Rheinische Schafsnase“ oder „Rote Sternrenette“.


Die alten Obstsorten haben auch eine kulturhistorische Bedeutung, da sie an Klima und Böden in unserer Region seit langem angepasst sind und beides schützen helfen.
Die heimischen Landwirte tragen entscheident zur Erhaltung der Streuobstwiesen bei, inden sie unter den erschwerten Bedingungen Weidewirtschaft betreiben und auf intensivere Nutzung verzichten.
Das Bewusstsein über den einmaligen Wert dieses Lebensraumes soll die Menschen anregen, mehr Verständnis für die Natur und deren Schutz aufzubringen und bei Maßnahmen mitzuwirken.


In Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Rengsdorf wurde im August 1996 die Gründung dreier Arbeitskreise in den Kirchspielen Rengsdorf, Oberhonnefeld und Anhausen ins Leben gerufen. Diese Gruppen bilden gemeinsam die "Projektgruppe Streuobstwiesen der VG Rengsdorf", die die Aufgaben und Ziele, die zum Erhalt der Streuobstwiesen unbedingt erforderlich sind, diskutiert.







  • Organisation von gemeinsamen Apfelsammlungen
  • Vermarktung des Apfelsaftes
  • Beantragung von Fördermitteln für den Erhalt, die Pflege und die
  • Neupflanzung der Obstbäume
  • Pflegeschnitt der Bäume
  • Neupflanzung ausgefallener Bäume durch alte heimische Obstsorten
  • Anbringung von Schutzgeflechten und -zäunen an Jungbäumen
  • Anlage von Benjes-Hecken
Text und Fotos: Dr. Karin Kübler, Institut für Umweltplanung