Die Geschichte von Rengsdorf

Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Übersicht über die Geschichte der Ortsgemeinde Rengsdorf.
Sollten Sie an der gesamten Geschichte interessiert sein, können Sie die Ortschronik von Rengsdorf auch käuflich erwerben. Erhältlich ist die Chronik im "Buchladen" in Rengsdorf und bei der Ortsgemeinde/Postagentur Rengsdorf zum aktuellen Angebotspreis von 10 Euro.


2007 feierte Rengsdorf sein 1150-jähriges Bestehen, auf Grund einer der ältesten Urkunden, die in der Landesbibliothek Koblenz aufbewahrt werden.


Obwohl eine Jahreszahl fehlt, konnte sie - wissenschaftlich relativ gut gesichert - dem Jahr 857 zugeschrieben werden. In dieser Urkunde wird bestimmt, dass das wenige Jahre zuvor gegründete St. Kastorstift in Koblenz zu seinem Unterhalt aus einem genau bezeichneten Zehntbezirk um Rengsdorf (rengeresdorf) herum seine Zehnteinkünfte beziehen kann.

Bis 1532 blieben die Stiftsherren formal Nutznießer. Dafür stellten sie nicht nur die Pfarrer, sondern erbauten auch - im 12. Jahrhundert - eine neue Kirche, deren Turm noch heute in wesentlichen Teilen erhalten ist.

Als zu Anfang des 16. Jahrhunderts infolge der steigenden Steuerlast, der nachlassenden Unterstützung durch die Grafen zu Wied als langjährige Vögte des Stiftes und der Wirren der Reformation der Anspruch auf den Zehntertrag vom Kastorstift nicht mehr durchgesetzt werden konnte, verkauften die Stiftsherren ihn an den Erzbischof von Trier, der ihn 1570 durch einen Tausch gegen die Kirchspiele Heimbach, Weiß, Gladbach, den Dernbacher Hof, die Vogtei von Rommersdorf an die Grafen zu Wied veräußerte.

Einen Wertausgleich von einigen tausend Gulden erhielt Graf Johann IV. zu Wied noch obendrauf. Ab 1564 wurde die Pfarrstelle in Rengsdorf vom wiedischen Grafenhaus mit einem Pastor besetzt, der die neue evangelische Lehre einführte, und zwar in einer moderat reformierten Richtung, wie im wiedischen Land üblich.

Die Pfarrer, unterhalten von den Bewohnern des Kirchspiels und vom zum Pfarrhaus gehörenden Wittumshof, hatten jahrhundertelang einen schweren Stand und kämpften mit der Armut und der mangelnden Moral ihrer „Schäfchen".

* * *

Immer wieder mussten Soldaten fremder und eigener Heere von den Dörfern versorgt werden. Dies und die zunehmende Steuerlast für die vielen Kriegszüge hielten die Bevölkerung in großer Armut.

80 Jahre - mit Unterbrechungen - dauerten daher auch die Aufstände der hiesigen Bauern gegen die Grafen zu Wied, weil diese ihnen das althergebrachte Recht auf die Nutzung des Waldes streitig machten und mit harten Strafen gegen sie vorgingen. Erst 1793 kam es unter Fürst Carl Friedrich zu Wied, der sich der Armut der Bauern bewusst war, zu einem Waldvergleich. 093-vergleichsfestDer traf in der fürstlichen Familie auf solchen Widerstand, dass es ihr gelang, den Fürsten zeitweilig abzusetzen.

Wenn auch die Bauern seitdem große Teile des Waldes wieder nutzen konnten, verbesserte sich die Situation kaum. Die Realerbteilung bot den Familien immer kleiner werdendes Ackerland. Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Missernten hinzu, so dass viele Familien um 1850 die beschwerliche Auswanderung nach Amerika vorzogen.

Erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts änderte sich die Lage zum Besseren. Im Mai 1889 gründeten einige Männer um den Kurtscheider Pfarrer Prof. Schütz und Oberförster André aus Rengsdorf den Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV), dessen langjähriger Vorsitzender (1896-1925) der Rengsdorfer Bürgermeister Wink war.

Hand in Hand mit dem VVV arbeiteten Ortsgemeinde, Bürgermeisterei und Kirchspielgemeinde und schufen aus einem unbedeutenden, ärmlichen Ort einen attraktiven und überregional bedeutenden Kurort. Um die Jahrhundertwende brach ein regelrechter Bauboom in Rengsdorf aus: Eine neue Kirche wurde gebaut, eine Badeanstalt, viele Hotels entstanden und prägten bald das Bild des Dorfes und seiner Hauptstraße.

Mit finanzieller Unterstützung des Fabrikanten Henkel, der seit 1912 in der neu gebauten Villa am südlichen Dorfende residierte, konnte sogar 1927 ein großes Freibad eingeweiht werden.

Da auch der zweite Weltkrieg in Rengsdorf kaum Schäden hinterließ, blühte schon bald wieder der Fremdenverkehr. 1974 erhoffte man sich mit dem Bau des Hallenwellenbades, die langsam ins Ausland drängenden Urlauber in Rengsdorf zu halten. Diese Erwartung erfüllte sich nicht. Stattdessen war Rengsdorf wegen der überdimensioniert steigenden Kosten des Bades zahlungsunfähig. Der Bürgermeister wurde abgesetzt, große Teile des Waldes an das Land veräußert und das Bad an einen Privatinverstor für 1 DM verscheuert. Im Jahr 2007 waren diese Schulden endlich abgetragen.

Heute ist der Kurbetrieb bedeutungslos geworden; Hotels werden abgerissen oder bestenfalls umfunktioniert. Doch dank des Rheinsteigs und einiger anderer in letzter Zeit neu gestalteter, zertifizierter Wanderwege kommen wieder Touristen nach Rengsdorf. Ihnen die landschaftliche Schönheit unserer Gegend nahe zu bringen und sie länger hier zu binden, bedarf noch gewaltiger, vereinter Anstrengungen.

Ausführliche Informationen zur Geschichte Rengsdorfs bietet die anlässlich der 1150-Jahrfeier herausgegebene Chronik „1150 Jahre Rengsdorf - Ein Gang durch die Jahrhunderte", erhältlich bei der Postagentur der Ortsgemeinde Rengsdorf.

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